Windmühle Meißen

Nummer 1 der westfälischen Mühlenstraße
Meißener Dorfstraße 16 - 32423 Minden-Meißen

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Meißener Dorfstr. 16   
32423 Minden/Westf.   
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Email:
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Das kleine Mühlengespenst

Ein Auszug aus der Geschichte von Gabi Hohmeyer




Das kleine Mühlengespenst schwebt vor der Windmühle in Meißen
Was ist hier los?
Am nächsten Morgen wurde ich von lautem Rumpeln und Klopfen geweckt. Der Wind sauste, pustete und blies geschwind durch die ganze Mühle. "Was geschieht denn jetzt?", fragte ich mich erstaunt.
Ich sah, dass sich das Dach bewegte. Mit einem großen, riesenlangen Greifarm wurde die Betonplatte gegriffen, abgehoben, und auf einmal war das Dach ganz verschwunden.
Es wurde schrecklich hell und der Wind brauste und küselte durch die Mühle. Ich musste mich am Fachwerkbalken festklammern, sonst wäre ich mit herausgeweht worden.
Ich hockte ängstlich da und wartete und wartete.
"Was kommt denn jetzt noch?", dachte ich, "Hoffentlich kein Regen!"
Aber der Wind wurde ruhiger und sanfter und ich hörte keine bedrohlichen Geräusche mehr. Der Himmel war blau. D ie weißen Wolken zogen wie eine Schafherde vorbei. Mal langsamer, mal schneller. Zwischendurch blinzelte die Sonne hinter den Wolken hervor. Immer neue Himmelsbilder kamen auf. Es sah so schön aus.
"Puh!", atmete ich auf.
Kein lautes Klopfen mehr. Die befehlenden, schreienden Menschenstimmen der Handwerker waren verstummt.
Es dämmerte schon und es wurde immer dunkler. Am Nachthimmel tauchten viele strahlende, funkelnde Sterne auf. Sie ließen mich träumen.
In den nächsten Tagen kamen immer wieder viele Handwerker mit ziemlich großen Geräten und Werkzeugen herbei. Sie sägten, hämmerten und klopften von frühmorgens bis spät in die Nacht.

Ich sah, wie eine Mühlenhaube aus Holz entstand. Sie bekam viele kleine Dachschindeln. Danach wurde diese Haube mit dem großen Greifarm oben auf die Windmühle gesetzt.
Vier große Flügel mit Sprossen und ein kleines Fächerrad, die Windrose, wurden angebracht.
Als Wind aufkam, fing das kleine Fächerrad an, sich ganz schnell zu bewegen. Und dann drehte sich die ganze Haube der Mühle mit den vier Flügeln in den Wind.

Da kam der Müller und löste die Bremse. Und schon drehten sich die Flügel mit lautem Getöse: "Wuttsch, ruttsch, ruttsch, ruttsch."
Die Mahlsteine fingen an, sich polternd zu drehen. Der Müller füllte die Getreidekörner in die Trichter der Mahlgänge. Er sah sehr zufrieden aus.

An diesem Abend, nachdem der Müller die Flügel mit der Bremse festgestellt hatte, schwebte ich durch eine Lücke zwischen den Zahnrädern nach draußen. Ich setzte mich auf die oberste Flügelspitze und beobachtete den Sonnenuntergang.
Von dort konnte ich eine Stadt mit den vielen Lichtern sehen. Die Straßenlaternen sahen aus wie eine Perlenkette, die über die Weserbrücke bis nach Minden führte. In der Ferne sah ich einige Hügel mit vielen Bäumen. Auf einem Berg stand ein Denkmal. Das war das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica, hatte man mir erzählt.

Auf der anderen Seite, sah ich eine Stadt, die jedoch nicht so viele Lichter hatte wie Minden. Das musste wohl Bückeburg sein, denn da sah ich ein schönes Schloss. Dort wohnte Verwandtschaft von mir. Hin und wieder besuchte mich Familie Schlossgespenst "von und zu Schaumburg" und erzählte mir von ihrem Zuhause.
Am nächsten Morgen guckte ich in Richtung Petershagen. Ganz weit in der Ferne sah ich noch ein Schloss, in dem auch Verwandtschaft von mir wohnte. Sie erzählten mir immer, dass sie ganz oft Besuch von Störchen mit langen, roten Schnäbeln bekamen. Irgendwann möchte ich sie auch einmal besuchen.

© Gabi Hohmeyer
Die ganze Geschichte gibt es in dem Buch "Mühlengeschichte(n)" und in dem Ebook "Windmühlengeschichten"